Yu-Gi-Oh! GX

Über ein Jahr ist nun schon das letzte Review her, was nicht nur eine aufpolierte Version einer alten Bewertung war, wie z.B. das gestrige zu Yu-Gi-Oh! Duel Monsters.
Dass ich so lange keine Reviews verfasst habe, hatte viele persönliche Gründe. Psychologische Probleme und Unzufriedenheit mit dem Masterstudium, dem ein Abbruch folgte; Bammel darum einen Arbeitsplatz zu bekommen; die Kündigung in meinem ersten Job kurz vor Vollendung der Probezeit…
Sagen wir es mal so – 2019 war sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Jahreshälfte nicht sonderlich nett zu mir.

2020 startete für mich minimal besser, weil ich endlich einen Job fand, in dem ich mich wohl fühlte. Aber sogleich wurde ich im April und knapp einen Monat später auch im Mai krank wegen Magen-Darm-Grippe.
Ein Positives hatte diese Krankschreibung wenigstens – ich erinnerte mich an eine Serie, die ich letztens Jahr aufgrund eben dieser persönlichen Probleme nicht mehr weitergeschaut und unvollendet gelassen hatte. Somit nutzte ich die freie Zeit während meiner Krankschreibung, um ENDLICH Yu-Gi-Oh! GX fertig zu schauen, und nun meine Meinung zu besagtem Anime abzugeben.

Grob zusammenfassen lässt sich die Handlung von GX folgendermaßen:
Hauptprotagonist Judai Yuki wird auf Duel Academia aufgenommen, einer Schule auf der passend benannten Insel Academy Island. Hier können Schüler alles über das Kartenspiel Duel Monsters lernen. Während am Anfang jeder Staffel der normale Schulalltag greift (sofern man bei einem solchen Schulkonzept von „normal“ reden kann) und alles eher Slice of Life und Fluff ist, geschehen aber hier und da Ereignisse, die auf dunkle Machenschaften hindeuten und sich dann innerhalb der jeweiligen Staffeln auch in ihrer Intensität steigern.  

Das Erste, was ich positiv fand, war die Charakterentwicklung von Judai Yuki. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass sie mir besser gefallen hat als die von Yugi Mutou aus der Vorgängerserie. Bevor nun alle ihre Mistgabeln und Fackeln hervorholen, lasst mich etwas ausholen und erklären, worin sich diese beiden Protagonisten unterscheiden.

Yugi Mutou (links) und Judai Yuki im Duell

Yugi war als Protagonist immer eher zurückhaltend, unsicher und passiv. Den Großteil der Aktionen erledigte stets sein Alter Ego Yami Yugi, der im Gegensatz zu ihm eher draufgängerisch, selbstsicher und aktiv war. Das ändert sich im Laufe der Serie – Yugi wird von Staffel zu Staffel zu jemandem, der aktiv in das Geschehen eingreift und selbstständig handelt. Das fängt bei seinem Opfer im Duell zwischen Yami Yugi und Rafael in Staffel 4 an und steigert sich bis hin zum Duell gegen Yami Bakura und dem Duell gegen Yami Yugi in Staffel 5.

Judai hingegen startet in GX als ausgelassener und naiver Junge, dem es beim Duellieren einzig um den Spaß geht. Negative Konsequenzen aufgrund von Duellen sieht er nicht, oder aber er redet sie weg.
Das ändert sich schlagartig mit der dritten Staffel.
[SPOILER]In dieser lösen sich an einem Punkt vor seinen Augen alle seine Freunde auf, während stark darauf hingedeutet wird, dass alle wegen seiner Handlungen gestorben sind. Aufgrund dessen stark traumatisiert und kaputt lässt sich Judai von den dunklen Kräften in ihm übernehmen, was ihn sogar für eine Weile zum Antagonisten der Serie avancieren lässt.[/SPOILER]
Aufgrund dieser tief einschneidenden Ereignisse ändert sich Judais Charakter um 180 Grad. So ist er ab der vierten Staffel viel ernster, zieht sich bewusst von seinen Freunden zurück und hat eine insgesamt zynischere Lebenseinstellung. Zudem kann er Duelle nicht mehr wirklich genießen und versucht diese bei jeder Gelegenheit so schnell wie möglich zu beenden. Schließlich wird dieser Kreislauf vollendet, indem er im Serienfinale seine verloren gegangene Freude für das Duellieren wiederfindet.
[SPOILER]Übrigens habe sicherlich nicht nur ich mich hier riesig gefreut Yugi wiederzusehen, auch wenn ich leicht verwundert war, was zur Hölle er bitte einfach so in Duel Academia macht. Aber gut, unlogische Cameos, mit denen man krampfhaft versucht eine Verbindung zur Vorgängerserie aufzubauen, gab es in GX zuhauf, da rege ich mich jetzt nicht über diese auf.[/SPOILER]

Somit wird klar, worin sich die beiden Hauptprotagonisten der Serien unterscheiden: Während Yugi zunächst unsicher und passiv ist und zu einer selbstbewussten und aktiven Figur heranwächst, reift Judai in dem Sinne, dass er seine Naivität und Lockerheit verliert und bodenständiger wird.
Und Judais Charakterentwicklung habe ich viel besser auf mich als Zuschauerin beziehen können als Yugis. Das liegt höchstwahrscheinlich an der Zeit, indem ich diesen Anime größtenteils gesehen habe, nämlich zwischen meinem letzten Bachelor-Jahr und dem Ende meines Masters. Das war eine Zeit, in der Vieles für mich ungewiss war und in der ich ebenfalls meine Naivität dahingehend verloren habe, dass mir meine Bachelorarbeit schon super gelingen und danach schon alles rund laufen wird. Von daher mein Wandel im Bezug auf Judai von „Boah Junge, du nervst mich mit deiner verdammten Fröhlichkeit, geh‘ weg!“ zu „Scheiße… Wir sind uns gar nicht so unähnlich.“
Aber wisst ihr, was noch besser ist? Diese oben beschriebene Charakterentwicklung von Judai wird auch in den Openings widergespiegelt. Als Beispiel kann man hier jeweils das Opening der ersten Staffel „Fine Weather Hallelujah“ von Jindou, und das der dritten Staffel, „Teardrop“ von BOWL, nennen:

„Fine Weather Hallelujah“
„Teardrop“

Das erste ist noch übertrieben fröhlich, energiegeladen und versprüht gute Laune, während Letzteres schon melancholischere Töne anschlägt. Achtet zudem mal auf Judais Haltung in den Openings – im ersteren lächelt er noch häufig, im Kontrast dazu vergießt er im dritten Opening Tränen am Anfang und wirkt generell mehr nachdenklich und traurig.
Diese Umsetzung des Motivwandels von fröhlich zu ernst hat mir wirklich sehr gefallen.

Was ich auch mochte, und hier muss ich die Serie für ihren Mut doch loben – es gibt zum ersten Mal Tote! Klingt jetzt im ersten Moment komisch so etwas zu loben, aber in der Vorgängerserie gab es höchstens Andeutungen oder von einem Charakter hat einmal das Herz kurz ausgesetzt, bevor derjenige dann doch im Koma lag. GX hat da zum ersten Mal den Mumm und tötet Hauptcharaktere on-screen, was nicht gerade Gang und Gebe für eine Serie mit einem jungen Publikum ist.
[SPOILER]So wird einer der Antagonisten in Staffel 3, Professor Cobra, von Yubel nach seiner Niederlage gegen Judai in Episode 119 so manipuliert, dass er einer Illusion seines verstorbenen Sohnes folgt, dabei freiwillig über den Rand einer hoch gelegenen Plattform geht und anschließend in die Tiefe stürzt.[/SPOILER]
Allerdings muss ich leide sagen, dass auch oft Charaktere starben, nur um in der nächsten Staffel dann plötzlich wieder da zu sein.
[SPOILER]Ich denke da nur mal an Ryo Marufuji, der in Staffel 3 augenscheinlich an Herzversagen stirbt, nur um dann in Staffel 4 an einem Strand mit einem lediglich schwachen Herzen aufzuwachen, wo auch nie im Ansatz erklärt wird warum er noch am Leben ist.[/SPOILER]
Ein oder zweimal ist so eine rückwirkende Änderung ja okay, aber auf die Dauer senkt es enorm die Glaubhaftigkeit und den emotionalen Impakt von Charaktertoden. Da wäre etwas mehr Konsequenz besser gewesen.

Das Letzte, was ich positiv an der Serie hervorheben will und was ein wenig in den ersten Pluspunkt mit einspielt, ist, dass auch Nebencharaktere, und sei sie noch so klein, eine StoryArc spendiert bekommen! Einen Punkt, den ich an der Vorgängerserie stark kritisiert habe, ist, dass Yugis Freunde mit Ausnahme von Jounouchi sich nicht wirklich weiterentwickeln, sondern stets nur die „motivierenden Freunde“ bleiben und neben Yugi / Yami anfeuern selbst nichts wirklich zum Plot beitragen.
Das gibt es bei GX nicht, da hat JEDER etwas zu tun – so hat Judais bester Kumpel Sho Minderwertigkeitskomplexe im Bezug zu seinem älteren Bruder Ryo, seines Zeichens DER Musterschüler der Akademie; Asuka sucht nach ihrem Bruder, der seit einem mysteriösen Vorfall in einem verlassenen Studentenwohnheim (siehe den Punkt über dunkle Machenschaften) verschollen ist; Manjoume, Judais Rivale und einer meiner Lieblingscharaktere, schlägt sich mit seinen Brüdern herum, die großen Druck auf ihn ausüben das perfekte Aushängeschild für ihre Firma zu sein und daher nie zu verlieren …
Und das sind nur ein paar der StoryArc – Elemente. Einzig für die Charaktere Hayato, Kenzan und Misawa hätte ich mir mehr Charakterentwicklung gewünscht. Ersterer hat, abgesehen von einem 1-Episoden Streit mit seinem Vater, nichts wirklich zu tun, verschwindet am Ende der ersten Staffel und kommt nur für einen Cameo in Staffel 2 (Episode 85) nochmal kurz vor. Zweiterer lässt sich mit dem Stereotyp „Senpai, notice me!“ recht gut und knackig beschreiben. Und der Dritte im Bunde hatte gutes Potenzial, wurde im Verlauf der Serie aber mehr und mehr zum puren Comic Relief und wurde dann auch bedingt durch den Plot in Staffel 3 aus der Serie gestrichen.

Wo ich schon gerade Sachen kritisiere – gab es, nach all der vorangegangenen Lobhuldigung, etwas an der Serie, was ich nicht mochte?
OH JA, gab es.

Da wäre zum einen die Handlung. Nicht nur, dass die ersten 26 Episoden der ersten Staffel quasi Filler sind, in die ein paar wichtige Handlungskörner eingestreut wurden – wenn dann mal nach dieser Hälfte die Haupthandlung ENDLICH in die Gänge kommt, werden die Motivationen der Antagonisten schnell in ein bis zwei Folgen abgefrühstückt. Ganz nach dem Motto „Hier ist der Gegner für die Woche, das ist sein Motiv für das Ganze, zack boom, Ende der Episode“. Selbst die Intentionen des Masterminds, der hinter dem großen Plan steckte, werden schnell in seinem Duell abgehakt wie auf einer Checkliste. Das alles lässt einen sehr unbefriedigt zurück, vor allem wenn man das mit der Vorgängerserie vergleicht, wo fast ausnahmslos die Handlungen und Motive der Antagonisten von Episode zu Episode ausreichend und logisch nachvollziehbar ausgearbeitet wurden.
Staffel 2 und 3 bessern sich in dem Punkt mit ihren jeweiligen Antagonisten zwar, aber Staffel 4 ist leider wieder ähnlich übereilt wie die erste Staffel.
Ganz abgesehen davon, dass die Intentionen der finalen Antagonisten für mich an den Haaren herbeigezogen waren.
[SPOILER]Diese waren einmal, dass der Charakter Fujiwara aus konstanter Angst von seinen Freunden vergessen zu werden beschloss, diese zuerst zu vergessen, um im Endeffekt keinen Verlustschmerz spüren zu müssen. Um das zu tun, wandte er sich dunklen Ritualen zu und wurde am Ende von einer Entität namens Darkness besessen. Dessen Motiv ist sein Glaube, dass Sachen wie Individualität, Hoffnung und tiefe Bindungen Menschen nur Kummer einbringen. Frieden für die Menschheit kann für ihn nur in seiner Welt erreicht werden, da es in dieser weder Hoffnung noch Verzweiflung gibt, sondern einfach nichts.[/SPOILER]
Ohne Witz, ich saß ganz am Ende da und dachte nur: „Was? Darauf lief das alles hinaus? Jetzt im Ernst?!“

Dann gab es da noch ein schönes Handlungselement, das an Unlogik nicht zu überbieten war. Nämlich den Abschluss von Judai und dem Hauptantagonisten von Staffel 2 und 3.
[SPOILER]Okay, Judai ist die Reinkarnation eines Prinzen, der in seinem vorherigen Leben Yubel seine ewige Liebe geschworen hat. Ist in Ordnung, kann ich akzeptieren, obwohl es erst am Ende von Staffel 3 erklärt wird und schneller durchgekaut wird, als eine 5-Minuten Terrine kochen muss. Was ich nicht akzeptieren kann, ist, wie Judai aufgrund dessen innerhalb von eben dieser Kochzeit der 5-Minuten Terrine Yubel einfach so vergibt.
HALLO?! Junge, hast du sie noch alle?! Dieser Duel Spirit hat deine Freunde gequält, von deinem engsten Kumpel Johan Besitz ergriffen und ihn gegen dich als Druckmittel eingesetzt. Er hat dein Leben ziemlich lange zur Hölle gemacht, schon in deinem Kindesalter, wo alle deine Freunde dank ihm in ein Koma gefallen sind! Letztendlich musstest du ihn in einer Kapsel ins All schießen und dich einer Therapie unterziehen, um deine Erinnerungen zu vergessen, die dir wiederkehrende Alpträume beschert haben.
Und jetzt, nachdem du in diesen fünf Minuten deine und seine gemeinsame Hintergrundgeschichte erfahren hast, denkst du dir ernsthaft „Ach komm, Schwamm drüber, was ist schon das bisschen Trauma. Alles cool, ich vergebe dir voll, auch wenn ich indirekt durch dich dachte, dass ich alle meine Freunde auf dem Gewissen habe und nun jahrelange Therapie-Sitzungen brauche, um das alles zu verarbeiten“.
Fick‘ dich Judai, das nehme ich dir nicht ab. Nein, einfach nur NEIN.
Versteht mich nicht falsch, ich mag Yubel sehr, dessen nicht genderkonformes Design mit männlichen und weiblichen Merkmalen und dessen Persönlichkeit und Dynamik mit Judai in Staffel 4. Aber wie es dazu kommt, dass er/sie und Judai zusammenarbeiten, das kann und will ich nicht akzeptieren.
[/SPOILER]

Was mich auch gestört hat, war, dass es zwar mit Asuka endlich mal einen weiblichen Charakter gibt, der so etwas wie Charakterentwicklung durchläuft. Allerdings bezieht sich das bloß auf die Suche nach ihrem Bruder, bei der sie kaum etwas beisteuert. Sie ist in den betroffenen Episoden zwar involviert, aber nur als Zuschauerin oder Jungfrau in Nöten, die es zu retten gilt.
[SPOILER]Selbst in Staffel 2, wo sie der Gesellschaft des Lichts beitritt, ist es so, dass sie einer Gehirnwäsche unterzogen wurde und von Judai am Ende erlöst werden muss.[/SPOILER]
Erfolge hat sie, wenn überhaupt, nur gegen Gegner in Fillerepisoden, die keinerlei Einfluss auf die Haupthandlung haben.
Wenn man sie mit Anzu vergleicht, die als Nebenfigur auch mit dem Hauptprotagonisten befreundet war, ist das zwar eine deutliche Verbesserung. Dennoch würde ich mir wünschen, dass es im Yu-Gi-Oh! Universum endlich mal einen weiblichen Charakter gibt, der was reißt.

Mein letzter Kritikpunkt wäre die Existenz der Three Phantasms in der ersten Staffel. Nicht nur sind diese uninspirierte Knock Offs der ägyptischen Götter, sondern de facto einfach nur MacGuffins.
Die ägyptischen Götterkarten wurden im Vorgänger nicht nur merklich in Staffel 2 herausgearbeitet und ihre Macht und Herkunft hinreichend erklärt; auch danach waren sie aufgrund ihres Ursprungs an den Pharaoh geknüpft und somit auch in den anderen Staffeln bedeutend.
Zum Vergleich wird in GX sowohl die Entstehung, als auch die Macht der Three Phantasms unzureichend erklärt, frei nach dem Motto „Ach ja, die hat mal wer gefunden und sie unter der Schule versiegelt, weil sie in den falschen Händen ja ach so super gefährlich sein sollen“.
Bedeutung für die Story haben sie nur in Staffel 1, stehen da aber kaum in Verbindung mit den Antagonisten, abgesehen von der ganzen „Wer auch immer sie besitzt, bringt Dunkelheit und Chaos über die ganze Welt“ – Sache. Und zu guter Letzt kommen sie nach Staffel 1 kaum noch vor, höchstens noch in Staffel 3, aber auch da nur sporadisch und eher als nettes Gimmick in einigen Decks.

Dabei hätte man so viel mit ihnen machen können – bei meiner Recherche für dieses Review bin ich auf dem YuGiOh! Wiki auf folgendes Zitat gestoßen:

„Each monster resembles one of the Egyptian Gods because they are dark counterparts to them, […] (though […] they are never stated in-series to have any relation to the Egyptian Gods).“

(“Sacred Beast”, YuGiOh! Wiki, https://yugioh.fandom.com/wiki/Sacred_Beast)

Warum hat man nicht dieses Konzept genutzt? Die Idee, dass diese neuen Karten Gegenstücke zu den ägyptischen Göttern sind, hätte man ohne Weiteres ausbauen können.
Ein guter Punkt wäre gegen Ende von Staffel 3 gewesen, wo in einem Flashback ein antikes Königreich gezeigt wird. Man hätte aufzeigen können, dass in diesem Land die neuen Götter zeitgleich zu den ägyptischen Göttern entstanden sind (was auch realistisch gewesen wäre – es kam im Altertum oft vor, dass Götter einer anderen Kultur einfach in die eigene Religion übernommen und eventuell minimal verändert wurden). Die Bedeutung der Götter für das Volk, Feste zu Ehren von ihnen, ihr Sturz von ihrem einst glanzvollen Abbild zu ihrer nun deutlich dunkleren Darstellung – all das hätte diese neuen Monster zu einem bedeutungsvollen Handlungsgegenstand machen können. So aber sind sie meiner Meinung nach nur ein Vorwand, um neue Karten an die Fans zu vermarkten.

Genug der Kritik, kommen wir zum Fazit.
Was halte ich von YuGiOh! GX? Meine Meinung lässt sich am besten mit einem Zitat von ErynCerise aus ihrem Review zum Anime „Mahou no Mako-chan“ beschreiben:

„[…] There’s a lot of good in it, but overall it’s a mess. Just an absolutely baffling mess of a show. But it’s such an interesting mess. […]“

(MAHOU NO MAKO-CHAN // Mahou Profile: A History of Magical Girls: 3:43 – 3:52, https://www.youtube.com/watch?v=JeG3IlCqo3w)

Auf der einen Seite gibt es gute Aspekte in der Serie, wie dass endlich mal die meisten Nebencharaktere Charakterentwicklung und persönliche Motive spendiert bekamen. Auch gab es, gemessen an einer Serie mit einem doch eher jüngeren Publikum, einige doch ernste Elemente, wie die on-screen Tode von Hauptfiguren. Und das Beste – Judais Entwicklung von einem „happy go lucky“ – Jungen, der mir so auf den Zeiger ging, dass ich ihn am liebsten mit dem Kopf voran in die nächste Mülltonne gesteckt hätte, zu einer erwachsenen Person, in der ich mich ein Stück selbst wiedererkannt habe.

Allerdings habe ich genug zum Bemängeln gefunden – die träge Haupthandlung der ersten Staffel; die Antagonisten, die, bis auf einen, mit ihren Motiven viel zu schnell abgefrühstückt wurden; Asuka, die als betont aktiver und selbstständiger Charakter bis auf ihre „Jungfrau in Nöten“ Rolle nicht viel zu tun hatte; der Plottwist in Staffel 3, der an Unlogik nicht zu überbieten war; und zu guter Letzt das verschwendete Potenzial der Three Phantasms.

Final kann ich sagen, dass mich Yu-Gi-Oh! GX in einigen Punkten doch sehr überrascht hat. Ich war anfangs sehr skeptisch gegenüber der Serie und sah diese als „schlechte Kopie“ des Vorgängers an. Nachdem ich dem Anime dann eine Chance gegeben hatte, sah ich, dass er durchaus seine eigene Persönlichkeit hat. Judai ist nicht Yugi 2.0, sondern er selbst, sowie auch andere Charaktere nicht 1 zu 1 mit Charakteren aus der vorherigen Serie übereinstimmen. Auch wenn die Geschichte sich öfters wie Kaugummi hingezogen hat, so gab es dennoch auch positive und spannende Momente. Und ja, die Serie hat deutliche Schwächen, hat dafür aber, was die negativen Punkte von Duel Monsters betrifft, schon einmal einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat.
Für mich ist GX damit allgemein sogar knapp besser als der Vorgänger. Ich bin gespannt, ob Yu-Gi-Oh! 5D’s da weitere Verbesserungen liefern und das bieten kann, was mir in GX noch gefehlt hat.

Bewertung: 3,5 / 5

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