Kakumeiki Valvrave

Auf diesen Anime trifft der Spruch „Zu viele Köche verderben den Brei“ sehr gut zu. Schade, denn er fing sehr vielversprechend für mich an.

Die Geschichte spielt in ferner Zukunft – die Erdbevölkerung ist in großen Teilen dazu übergegangen den Weltraum zu bevölkern und hat sich in drei Nationen aufgeteilt:
Arus, was den amerikanischen Kontinent und Europa einschließt. Dorossia, was zum größten Teil aus Russland besteht. Und zu guter Letzt JIOR, die Nation, die sich unter Anderem aus Japan herausgebildet hat. Während die ersten beiden Nationen sich bekriegen, führen die Bürger von JIOR dank der Neutralität ihrer Nation ein friedliches Leben. Doch wie so oft wäre es ja relativ unspannend, wenn man es im Anime dabei belassen würde.
Und so wird der Oberschüler Haruto Tokishima, Hauptprotagonist und Bewohner von dem JIOR – Modul 77, am eigenen Leib Zeuge, als Dorossia einen Überraschungsangriff gegen das Modul startet. Die Motive für diesen liegen zunächst einmal im Dunklen, doch bald stößt er im Lauf des Gefechtes auf etwas, was ihm nicht nur im Kampf gegen die gegnerische Seite hilft, sondern auch viele Rätsel aufgibt – die Valvraves.
Das sind Mecha, mit deren Hilfe er zwar Modul 77 verteidigen kann, dessen Einsatz ihn aber einen hohen Preis kostet…


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Die einzelnen Mechas („Valvraves“)

So viel zur Einleitung.
Nun, warum habe ich diesen Spruch, dass viele Köche den Brei verderben, am Anfang genannt? Lasst es mich euch sagen:

Zunächst einmal gibt es in diesem Anime zu viele Elemente, die zwar eingeführt, aber nicht genauer erläutert werden. Konkretes Beispiel gefällig?
[SPOILER]Nun, später wird genannt, dass die Valvraves durch sogenannte Runes funktionieren, die aber dem Piloten bei der Benutzung seines Mechas konstant entzogen werden. Was bedeutet, dass dieser immerzu seinen Vorrat auffrischen muss, und dass durch vampirartiges Aussaugen seiner Beute.
Nun frage ich mich aber eines:
Es gibt neben Haruto später noch andere Piloten – warum aber treten nur bei ihm diese Entzugserscheinungen auf? Dass die anderen über diesselben Fähigkeiten wie er verfügen, sieht man in mehreren Szenen. Wieso aber sind sie nicht von den „Nebenwirkungen“ betroffen? Das finde ich, da es in keinster Weise erläutert wird, äußerst widersprüchlich.[/SPOILER]

Zudem gibt es eine Reihe von Charakteren, die später Verrat ausüben. Und nein, das empfinde ich nicht als Spoiler, da das in diesem Anime gut jede zweite Person tut, was mir ebenfalls sauer aufstößt.
Diese ganze Sache wäre nicht weiter schlimm für mich, wenn wenigstens begründet werden würde, weswegen sie das machen. Aber – ihr könnt es euch schon denken – man tut das nicht. Entweder werden die Gründe nicht genannt oder aber sie passen so was von gar nicht zu der Person, dass einem der ganze Charakter OOC erscheint.
[SPOILER]Letzteres so gesehen bei L-Elf. Ich konnte ihm einfach nicht abkaufen, dass er die ganzen Pläne nur ausgearbeitet hat, um eine Frau zu befreien, die er, wie er selbst zugibt, nur zwei Mal gesehen hat. Er war von Anfang an für mich die Verkörperung der Rationalität und Logik, jemand, der nie großartig Gefühle gezeigt hat, dass so etwas für mich einfach nicht zu ihm passt.
Wäre man wenigstens ein wenig näher auf seine Vergangenheit eingegangen, so dass man als Zuschauer seinen Werdegang hätte verfolgen können, hätte man diesen Geschichtsstrang wohl besser nachvollziehen können. So aber wirkt es nur, als hätte man dringend irgendein Motiv für sein Handeln gesucht.[/SPOILER]

Wenn man von OOC spricht, sind allgemein Logikfehler auch nicht weit, die leider auch vorkamen.
In einer Folge ist eine Gruppe von 3 Jungen bei einem Coup d’Etat beteiligt. Sie haben gerade bewiesen, dass der Regierungschef bei einer gerade übertragenden Pressekonferenz den Nationen Lügen aufgetischt hat, und sehen sich einer Vielzahl (!) von bewaffneten (!!) Soldaten gegenüber, die live (!!!) auf sie zielen. Fünf Frames, also höchstens fünf bis zehn Minuten später, sind alle drei Jungs wohlbehütet in ihren Mechas im Weltraum und beteiligen sich an den Gefechten.
Mein Gesicht, als ich das sah, war sehr unbezahlbar, wie ihr euch denken könnt.
Wie zur Hölle sind die drei so schnell dahin gekommen? Nicht nur, dass sie von Schützen umzingelt waren, und erstmal aus dieser Situation hätten rauskommen müssen, was auch eine Weile dauert, selbst für Elitekämpfer. Nein, sie hätten erst einmal auch noch zu ihren Mechas kommen und sie startbereit machen müssen. Mir kann kein Mensch dieser Welt versichern, dass das alles in höchstens zehn Minuten zu bewerkstelligen ist.

Zu guter Letzt, um mit dem Meckern zum Schluss zu kommen, möchte ich noch über die Wendungen sprechen. Davon gibt es in diesem Anime ziemlich viele. Manche von euch, die meine anderen Reviews gelesen haben, denken sich nun vielleicht „Was hast du denn? Du magst es doch überrascht zu werden, wie du immer schreibst. Warum ist das denn nun etwas Negatives?“
Ja, das tue ich wirklich. Ich mag es, wenn in Animes etwas geschieht, mit dem ich nicht rechne. Was ich aber nicht mag ist, wenn dieses Element zu oft benutzt wird, und das ist bei diesem Anime passiert.
Es gibt ungelogen keine Folge, in der nicht in irgendeiner Art und Weise eine plötzliche Wendung kommt. Während ich am Anfang noch dasaß und dachte „Aha, die Situation ist also doch anders, als ich annahm…“, wurde ich mit dem Fortschreiten der Serie verdrossener. Indem von überall der Zuschauer überrascht wird, fällt es enorm schwer alle Wendungen und Informationen zu behalten, zumal der Anime selbst mit 24 Episoden sehr zusammengestaucht wirkt. Ein paar mehr Folgen und Zusammenfassungen hätten ihm sicherlich gut getan.

Am Positiven möchte ich sagen, dass ich das Setting der Geschichte mochte. Dass die Protagonisten zum großen Teil Oberschüler sind, die noch ihr Leben vor sich haben. Nun werden sie in einen Krieg geworfen, für den sie nichts können und von einem Tag auf den anderen müssen sie lernen rational sich zu verhalten und zu handeln. Jede Niederlage, jeder Verlust trifft einen da umso härter, und ich musste sagen, dass ich bewundert habe, wie gut sie versucht haben mit der Situation umzugehen. Auch wenn man nicht viel über die einzelnen Charaktere erfährt, was ich oben schon angerissen habe, so lässt es einen doch nicht kalt, wie es ihnen geht.

Zudem mochte ich durch die Bank weg alle Openings und Endings sehr, was ich auch nicht immer bei einem Review sagen kann.
(Kleiner Funfact: Das erste Opening „Preserved Roses“ hat mich sogar erst dazu verleitet den Anime mir anzusehen.)

Jedoch, man merkt, dass bei mir das Schlechte überwiegt, und deswegen würde ich den Anime niemandem weiterempfehlen, der kein eingefleischter Fan von Mechas ist. Unlogik, fehlendes Eingehen auf Charaktere und das permanente Gefühl, dass alles zu schnell geht – hier liegt für mich Einiges im Argen.

Bewertung: 1,5 / 5

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