Rin: Daughters of Mnemosyne

Ich war auf diesen Anime, so muss ich zugeben, durch ein Yuri-Fanvideo gestoßen. Anfangs noch im Glauben ich hätte es mit einer Serie ala „Strawberry Panic!“, nur in „erwachsen“ zu tun, bemerkte ich bald, dass das Genre „Yuri“ nur ein Bestandteil ist, den diese Serie öfters anspricht.

Generell gesprochen handelt die Serie von Asogi Rin, die mit ihrer Assistentin Mimi oberflächlich in einer Detektei arbeitet. Jedoch, und das wird schon in der ersten Folge klar, ist etwas an Rin anders, nämlich dass sie unsterblich ist. Im Laufe der Serie wird ihr Körper mehrmals zerfetzt, sei es durch Schwerter, Kugeln aus Pistolen oder auch durch eine Explosion aus nächster Nähe. Was es auch sei, Rin stirbt und ersteht kurz danach wieder auf.
Auch altert sie nicht, was man durch die gesetzte Zeitspanne im Anime von 1990 bis 2055 deutlich merkt, in der sie ewig jung bleibt, die Menschen um sie herum jedoch beispielsweise von Kindern zu Jugendlichen bis schließlich zu Erwachsenen werden. Nur alte Gewohnheiten ihrerseits ändern sich scheinbar nicht, wie man am ewig gleichen Anfangsdialog merkt.

Was ich gut an diesem Anime finde, ist, dass er, was die Bandbreite der behandelten Themen angeht, mit nichts vergleichbar ist. Würde man mich fragen ob ich etwas in der Art wie diese Serie kenne, müsste ich verneinen. Diese Mischung der verschiedenen Motive (unter Anderem nordische Mythologie, Unsterblichkeit, Engel, virtuelle Realität und noch vieles mehr), die die Serie in ihrem Verlauf aufgreift, ist unglaublich reizvoll und lässt einen definitiv weiterschauen, wenn auch nur um endlich hinter die Handlung zu steigen. Letztere wird einem nämlich höchstens in kleinen Häppchenformen serviert, immer ab und an ein Brocken, der einen jedoch nicht im Geringsten befriedigt. Bis zum Schluss war mir zum Beispiel das Motiv des Antagonisten für seine Handlungen ein Rätsel, bis es einem in der allerletzten Episode gesagt wurde. An der Stelle hatte ich im Übrigen das dringende Bedürfnis mir an die Stirn zu fassen und zu rufen: „Warum konnte ich nicht früher auf so etwas Banales kommen?“

Jedoch, und da bin ich auch schon bei meiner Kritik angelangt, die Story lässt Einiges offen.
[SPOILER]Zum Beispiel wurde für mich die Sache mit dem Wächter von Yggdrasil nicht richtig aufgeklärt. Ich hätte gerne erfahren, wann der Wächter abgelöst wird, und was passieren würde, wenn bei irgendeiner dieser „Ablösungen“ ein Mädchen entstehen würde. Es ist ja nur die Rede von männlichen Wächtern, die dann mit einer Auserwählten schlafen, um so den nächsten Wächter zu erzeugen.
Auch zu Tajimamori hätte ich mir mehr Infomationen gewünscht. Zwar hat er den gleichen Effekt auf Rin und Mimi wie ein Engel, hat aber nicht dessen animalische Instinkte. War er denn von Anfang an unsterblich oder hat er in der Zeit, in der er das Schloss gefunden hat und danach zum Kaiser reiste, eine Frucht Yggdrasils gegessen? Wenn ja, warum wurde er nicht von den Instinkten eines Engels überwältigt? Und, wohl die wichtigste Frage, die ich mir stellen, warum lebt er noch? Wäre er ein Engel, so hätte er nur eine Lebensspanne von zwei bis drei Wochen gehabt, wie Rin in Episode 2 sagte. So aber hat er eintausend Jahre überdauert, bis er wieder auf Rin traf und selbst da war er sehr kontrolliert.[/SPOILER]

Deswegen kam es dazu, dass ich nach der letzten Folge dasaß und mir so dachte: „… Was zum – ?“

Fazit des Ganzen:
Ein sehr einfallsreicher Anime, der einem bis zum Schluss über die Geschichte raten lässt, dem aber zur Verständlichkeit der Handlung ein oder zwei Folgen mehr nicht geschadet hätten.

Bewertung: 4 / 5

Menmoia1

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